Die Publikationen der Stiftung

Beiträge zur Schülerzeitung sind Reinhard Möllers erste Texte, mit denen er Ende der 60er Jahre öffentlich versuchte, in bestehende Verhältnisse seiner engeren Umgebung und Zeit einzugreifen. Dann schreibt er Drehbücher und führt einen umfangreichen Briefwechsel mit Freunden, bis er gut zehn Jahre später, diesmal als RWLE Möller, wieder auf die Form der regionalen gesellschafts- und kulturpolitischen Einmischung aus Schülerzeiten zurückgreift, erneut und in steigendem Maße. Ein oder gar das von jemandem keck postulierte »Stadtgewissen« war er gewiss nicht, aber zum Stadtwissen hat er erheblich beigetragen und wohl manchen Leuten der Stadt ins Gewissen geredet. Er schrieb für Celler Alternativzeitschriften der 80er und 90er Jahre: Celler Zündel (1981 — 1987), Schlaglichter (1988 — 1993), Publiz (1994 — 1998), Revista (seit 1999), aber auch in der Celleschen Zeitung und noch für andere Blätter und Periodika*. Zudem hat er publizistisch mit einigen Büchern zur Aufarbeitung der jüngeren und älteren Geschichte der Stadt beigetragen, vielfache Impulse gegeben.

celler hefte

seit 2005

celler hefte: Aus den Überlegungen, inwiefern die kritische Heimatkunde, wie sie RWLE Möller geleistet hat, von der Stiftung fortgesetzt werden könne, entwickelte sich die Idee zu der Schriftenreihe celler hefte, die in unregelmäßiger Erscheinungsfolge ein breites Spektrum kritischer Heimatkunde behandelt. Das erste Doppelheft: „Hasenjagd“ in Celle. Das Massaker am 8. April 1945, Redaktion: Oskar Ansull, Ralph B. Hirsch, Tim Wegener, war sogleich ein Erfolg. Binnen eines Monats waren mehr als 400 Hefte der 1000er-Auflage verkauft. Weiterhin sind erschienen: Heft 3—4: Gedächtnislücken? Erinnerungs- & Gedächtniskultur nach 1945 in Celle. Redaktion: Joachim Göres (2006); Heft 5—6: Um-Brüche. Celler Lebensgeschichten. Redaktion: Reinhard Rohde (2010); Heft 7—8: Himmel, welch ein Land! Landkreis & Literatur. Eine Sichtung. Autor: Oskar Ansull (2010); Heft 9—10: Einladung ins Welttheater. Hannes Razum 1907—1994. Intendant des Schlosstheaters Celle. Eine Würdigung. Redaktion: Thorsten Albrecht/Oskar Ansull (2013).

RWLE Möller Künstler 1952 - 2001

2018

RWLE Möller – Künstler 1952–2001 Der Katalog, der erstmals einen umfassenden Überblick über das Leben und Wirken des Künstlers und Stadtchronisten RWLE Möller wirft, erscheint anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Bomann-Museum Celle. Mit Beiträgen von: Oskar Ansull, Hans-Eberhard Happel, Jasmin-Bianca Hartmann, Wolfgang Hestermann, Joachim Kersten, Rainer Marwedel, Peter Raabe, Bernd Rauschenbach, Reinhard Rohde, Tim Wegener Hrsg: Jasmin-Bianca Hartmann, RWLE Möller Stiftung 296 Seiten / 24,5  *  32 cm /  Hardcover / mit umfassendem Bildverzeichnis in Farbe und Informationen zur Stiftung Der Preis* liegt bei: 28  € Exemplare können Sie über die Kontaktadresse der Cequi Edition bestellen. siehe auch Projekte

RWLE Möller Künstler 1952 - 2001

2018

RWLE Möller – Künstler 1952–2001 Eine Postkartenserie zum erschienenen Katalog. 10er Pack mit nebenstehenden Motiven können Sie über die Kontaktadresse der Cequi Edition bestellen. Der Preis* liegt bei: 12  € inkl. Versand

Renate Deuter

Gewappnet

Renate Deuter, geboren 1955 in Langwedel, lebt in Berlin und ist bisher die einzige bildende Künstlerin, der wir ein Stipendium zugesprochen haben. Sie arbeitet bildnerisch und mit sehr unterschiedlichen Werkstoffen. Sie hat sich mit dem Ort und der Geschichte Celles, dem Möllerhaus in der Zöllnerstraße auf eine intensive Art und Weise auseinandergesetzt, die wir mit einer Hof-Ausstellung und der Publikation Gewappnet im Mai 2011 dokumentiert haben. Gewappnet ist ein künstlerisches Dokument, das Arbeit und Leben Renate Deuters – eng verknüpft mit dem Umfeld von Haus und Hof — in Celle sichtbar macht (siehe auch: 2011, Das 2. Stipendium).

Antifaschistischer Stadtplan Celle

1933 - 1945 - 1988

(mit Reinhard Rohde, im Selbstverlag). Zu den Celler Tagen der Kunst (1988) wagten es die beiden, das Motto Kunst im öffentlichen Raum interdisziplinär anzugehen, und von den Ergebnissen des Celle-Lexikons gespeist, einen so noch nicht vorgelegten Stadtplan zu entwerfen: aufklärend, zur Besinnung einladend, zum Nachdenken provozierend. Genau verzeichnet sind darauf die Adressen der NS-Täter, wo sie wohnten und wirkten, insbesondere aber auch die Orte, an denen die Opfer lebten und arbeiteten, »die Schauplätze dieser Vergangenheit«. Auf der Rückseite des Stadtplans finden sich sieben ausführliche Quellentexte zum Thema, einige davon aus Schülerarbeiten des Celler Hölty-Gymnasiums und der GHS Groß Hehlen. Celle wird hier zum hässlichen Stadtbild jener Jahre. Der preiswerte Stadtplan ging in die 2. Auflage (1995) und wurde vielfach auch an Schulen eingesetzt. Er ist noch immer (über die Stiftung) erhältlich, für Schulen kostenlos.

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RWLE Möller Stiftung

Infobroschüre

Klappbroschüre mit Informationen zur RWLE Möller Stiftung. Auf Anfrage per Post erhältlich

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Celle. Das Stadtbuch

2003

(zusammen mit Bernd Polster in der Edition Stadtbuch, Bonn). Nach dem nicht absehbaren Erfolg des Celle-Lexikon von 1987 wurden Stimmen laut, dass eine überarbeitete und erweiterte und in Teilen veränderte 2. Auflage des Lexikons erscheinen sollte. Möller hat seit 1987 fortlaufend an den Einträgen gearbeitet, das Lexikonmanuskript für eine mögliche Neuauflage aktualisiert, Fehler berichtigt, ergänzt. Eine darauf basierende Neuauflage des vergriffenen Buches war längst überfällig

Sein Schulfreund Bernd Polster, der sich zu einem versierten und erfolgreichen Publizisten entwickelt hatte, zeigte Interesse an dem Projekt einer gänzlich neu strukturierten lexikalischen Ausgabe. Beide bereiteten dies Mitte der 90er Jahre gemeinsam vor. Erstmals gab es dafür eine finanzielle Unterstützung. Sie erhielten von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur (initiiert von Jan Philipp Reemtsma) einen großzügigen Zuschuss. Der sich verschlechternde Gesundheitszustand von RWLE brachte das Projekt allerdings ins Stocken und konnte von Bernd Polster (mit einem kleinen Team) erst nach Möllers Tod verstärkt wiederaufgenommen werden, nachdem die RWLE Möller Stiftung ebenfalls in die finanzielle Förderung eingestiegen war. Es wurde zu einem der schönsten Bücher zur Stadtgeschichte, in dem Bernd Polster in Wort und Bild seine Liebe zur Stadt seiner Kindheit und Jugend darstellt: »Ich rieche Gras, das langstielige Gras der Allerwiesen, in denen wir uns hin und wieder wälzten …« Inzwischen werden beide Bücher, das Celle-Lexikon und Celle. Das Stadtbuch als unentbehrliche Nachschlagewerke in Celle benutzt. Eine 3., korrigierte und aktualisierte Auflage des vergriffenen Buches wäre seit Langem wünschenswert.